Burggraf, Carl

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Aus Theater Enzyklopädie
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Carl Burggraf
* 23. 6. 1819 oder 1820 Prag (CZ)
10. 11. 1871 Brno (CZ)
Schauspieler, Regisseur

Auf dem Territorium der böhmischen Länder oft auftretender Schauspieler und Regisseur des 19. Jahrhunderts. Stammte aus Prag, sein erstes Engagement erhielt er in Pilsen im Jahre 1838. Er wirkte in Olmütz (1842/43) und kehrte wiederholt nach Brünn zurück (1844, 1860 und 1870), wo seine schauspielerische Laufbahn endete. In Graz, Linz, Brünn, Laibach, Pest, Berlin und Würzburg wirkte er auch als Regisseur. Seine Ehegattin war die Schauspielerin Auguste Burggraf.

Vorname auch geschrieben Karl, Familienname Burggraff. Ehegatte der Schauspielerin Auguste Burggraf (1832–1868).

Er stammte aus bürgerlichen Verhältnissen. Erstmals stellte er sich als Schauspieler im Prager Laientheater zu St. Niklas, auch als Dilettanten-Theater zu St. Niklas bezeichnet. Seine professionelle Laufbahn als Schauspieler begann er in Pilsen im Jahre 1838. In der Saison 1839/40 war er als erster Liebhaber und Held in Klagenfurt engagiert, von wo aus er nach Timişoara wechselte, wo er bis zum Frühjahr 1842 blieb. Zusammen mit Direktor A. Schmid und weiteren Ensemblemitgliedern ging er dann an die Sommerbühne nach Raab (heute Győr). Im Herbst kehrte er in die böhmischen Länder zurück und ging ans Theater in Olmütz. Unter dem damaligen Direktor K. F. Burghauser hatte dieses Theater ein hohes Niveau, neben der aufblühenden Oper (engagiert waren italienische Sänger) erfuhr auch das Schauspiel einen Aufschwung. Da B. beide Landessprachen beherrschte, konnte er auch in tschechischen Vorstellungen auftreten, die auf Anregung des Tschechischprofessors A. V. Šembera der Sänger I. Rosa in Olmütz veranstaltete.

In der Saison 1843/44 war B. in Linz engagiert. 1844 wurde er von Direktor J. Glöggl am Stadttheater Brünn aufgenommen und gehörte dort zu den führenden Schauspielern des Ensembles. Zu Ostern 1846 ging er nach Graz, wo er 1850–52 auch die Funktion des Regisseurs für Schauspiel und Possen innehatte. Hier lernte er die Schauspielerin Auguste Martin kennen, die er 1849 ehelichte.  Nach der Hochzeit weilten die Eheleute kurzzeitig in Prag. Sie hatten drei Kinder, die Zwillinge Ignatia (die wahrscheinlich früh starb) und Karolina (1850) und Sohn Moritz (1853/1854–1876). Zu dieser Zeit wurden B. und seine Frau Ehrenmitglieder einer der ältesten Musikvereine - des Musikvereins für die Steiermark (gegr. 1815 in Graz). 1852 trennte sich ihre schauspielerische Laufbahn: Auguste ging nach Hannover (ab 1858 wirkte sie im Prager Ständetheater), B. war in Pest als Schauspieler und Schauspielregisseur engagiert. 1853 wurde er Schauspieler und Hilfsregisseur am Berliner Königsstädtischen Theater, und in der Saison 1853/54 gastierte er zweimal am Stadttheater in Altona (heute Teil von Hamburg). 1854 war er am Stadttheater in Köln engagiert, 1855 am Augsburger Stadttheater, 1856–57 war er Mitglied des K. k. Nationaltheater in Innsbruck. Ab April 1857 engagierte ihn Direktor E. Kreibig in Linz. 1860 ging er erneut als Schauspieler und Schau- und Lustspielregisseur ans Theater in Brünn. Direktor A. Zöllner war in der schlimmen wirtschaftlichen Lage gezwungen, „leichtere Stücke“ aufzuführen, Possen, Lustspiele und Operetten. Das Schauspielrepertoire wiederholte früher aufgeführte Titel (Dumas, Benedix, Birch-Pfeiffer). Im März 1862 gastierte B. in Znaim. 1866 folgte er Zöllner an das Landschaftliche Theater in Laibach, wo er erneut auch als Schauspiel- und Lustspielregisseur tätig war. 1867 war er am Stadttheater in Würzburg engagiert, in der Saison 1868/69 am Wiener Hofburgtheater. Letztmalig trat er in Brünn im sog. Nottheater in der Winterreitschule im Areal der ehemaligen Jesuitenkollegs auf (1870), das die Stadt nach dem Brand des Stadttheaters auf dem Horní náměstí (Oberring, heute Zelný trh, also Krautmarkt) eingerichtet hatte. Ein Jahr später starb B. nach einem mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt wegen einer Magenerkrankung im Krankenhaus. Man richtete für ihn mit allen Ehren ein Begräbnis aus: am Theater hing eine schwarze Flagge, und die Mitglieder des Brünner Theaters begleiteten ihn bis auf den städtischen Friedhof, wo er beerdigt wurde.

Als oft eingesetzter Schauspieler verkörperte B. in seiner 34-jährigen schauspielerischen Laufbahn unglaublich viele Rollen. Durch gründliche Vorbereitung und anschließend auch durch eine gewisse Routine gelangte er zu einem überzeugenden und wirkungsvollen Ausdruck, mit dem er eine breite Palette an Rollen beherrschte. Sein Erfolg basierte u. a. auf einem markanten Äußeren; seine hochaufgeschossene, schlanke Gestalt, das angenehme Gesicht, die starke, klangvolle Stimme, seine deutliche Aussprache und die erhabene Haltung bestimmten ihn für Heldenrollen vor. Zu körperlichen Voraussetzungen kam flammende Begeisterung, was bei seinen künstlerischen Leistungen auch von Zuschauern und Kritik wertgeschätzt wurde; B. ragte vor allem in Passagen, die Leidenschaft erforderten, heraus. Mit deutlichem Eifer verkörperte er den männlichen Obristen von Götze (Ein deutscher Krieger), den leidenschaftlichen Essex (Graf Essex) und den widersprüchlichen Stefan Foster (Gebrüder Foster). Nicht für ihn geschaffen waren jedoch Konversationsstücke, in denen er eher eingeübt deklamierte. Nachdem ihm neben dem Schauspiel auch die Funktion des Regisseurs übertragen worden war, gab es kritische Beschwerden über B.s ungenügende Konzentration auf die schauspielerische Leistung und fehlende Zeit zur Beherrschung der Textparts auf (vor allem Graz). Als junger Mann verkörperte er das Rollenfach erste Liebhaber und Helden. Etwa in der Mitte seiner Karriere (1856, Innsbruck) ging er zum Rollenfach ernster, gesetzter Helden und Liebhaber über, später dann zum Rollenfach Bürgerliche Väter und Heldenväter über. Anfangs wurde er fast ausschließlich in Hauptrollen besetzt, in höherem Alter eher in Nebenrollen.

1842 gehörte B. zu den besten Schauspielern von Olmütz und ragte in „erhabenen“ Rollen als Herzog (Leichtsinn und seine Folgen) oder Viscount Bolingbroke (Das Glas Wasser oder Ursachen und Wirkungen) hervor. In Linz 1843 führte er sich in der Rolle des Malers Albert Rose (Der Zauberschleier) ein, die Bestandteil seines Repertoires wurde. Im nächsten Engagement, am Stadttheater in Brünn, stellte er sich 1844 in den Rollen des Magisters Weise (Der Mentor) und Lord Harleigh (Wahn und Wahnsinn) vor.

Das Wirken in Graz war für B. ein wichtiger Meilenstein, sowohl aus beruflicher als auch persönlicher Sicht. Er debütierte hier als Regisseur und lernte seine Frau kennen. Zusammen bildeten sie ein Schauspielerduo und wurden oft in Hauptrollen besetzt (Julie von Jordan und Heinrich Werner von Jordan, Werner, Faust und Gretchen, Faust, König Guiscard und Äbtissin des Klosters St. Clara, König und Äbtissin). Sie wurden Publikumslieblinge, ihre Namen wurden ohne Rücksicht auf die kritische Bewertung ihrer Leistungen hervorgerufen.

Der Gunst des Publikums erfreute sich B. auch am Stadttheater in Augsburg (1855 Benefizveranstaltung in der Rolle des Gaston, Die eiserne Maske) und in Innsbruck (1856–57), wo er seinen Zuschauern zum Abschied in der dortigen Presse dankte. In Linz trat er in Rollen erster Helden, ernster Liebhaber und Charakterliebhaber auf; gleichzeitig war er Schauspielregisseur.

1860 wurde er zum zweiten Mal Bestandteil des Brünner Ensembles und wurde neben Helden und Liebhabern auch in Heldenväterrollen besetzt. Bei einem Gastspiel in Znaim im März 1862 faszinierte er in den Rollen von Cromwell (Cromwell’s Ende) und Molière (Das Urbild des Tartüffe). Im März 1863 hatte er eine Benefizveranstaltung im Trauerstück mit Handlungsort Mähren Der Landrichter von Urbau (Vrbovec, Kreis Znojmo); ihre Aufführung war gleichzeitig die Premiere in Anwesenheit des Autors L. Goldhann.

Seine gesamte Karriere über spielte B. in deutschen Schauspielensembles. Seine Tschechischkenntnisse nutzte er beim sog. böhmischen Abend in Olomouc am 19. 3. 1843 als Strnad in Klicperas Divotvorný klobouk (Reprise 2. 4. 1843). Für die tschechischen Patrioten war die Inszenierung ein bedeutender Einschnitt – nach sechs Jahren wurde auf der Bühne in Olmütz zum ersten Mal wieder in tschechischer Sprache gespielt. Das Außergewöhnliche dieses Ereignisses widerspiegelt auch die unterschiedliche Reflexion der Presse; während de tschechische die Schauspieler des Ensembles, die Tschechisch beherrschten, herausstellte (und die Anzahl steigt noch durch die Aufzählung der Sänger), beschreibt die deutsche Pressereaktion, wie die Schauspieler die Tücken des Tschechischen gemeistert hatten.

B. war ein begeisterter und begabter Schauspieler; im Theaterumfeld hatte er ein gutes Renommee und war sehr beliebt. Oft wechselte er die Engagements, wodurch er ganz Mitteleuropa bereiste. Trotzdem kehrte er oft in die böhmischen Länder zurück, wo seine Schauspielerkarriere auch endet. Welche Bedeutung er hatte, belegt auch sein festlicher letzter Auftritt in Brünn. Obwohl er seinerzeit eine anerkannte Persönlichkeit war, kennt ihn weder die ältere, noch die neuere Historiographie.


Rollen

Städtisches Theater Pilsen (Plzeň)

Baron von Heeren (K. Töpfer: Zurücksetzung) – 1838.

Landständisches Theater Klagenfurt

Baron von Werdenberg (E. Raupach: Die Lebensmüden), Maler Clermont (E. Scribe: Der Maler und seine Frau), Percival von Wales (F. Halm: Griseldis, auch Ständisches Theater Graz 1855), Peter Paul Rubens (Ch. Birch-Pfeiffer: Rubens in Madrid), Enzio, König von Sardinien (E. Raupach: König Enzio) – 1839.

K. städtisches Theater Olmütz (Olomouc)

Der Herzog (J. L. Deinhardstein, nach A. Dumas d. Ä.: Leichtsinn und seine Folgen), Hektor Ballandard (E. Scribe: Die Fesseln) – 1842; Henry Saint-John, Vicomte von Bolingbroke (E. Scribe: Das Glas Wasser oder Ursachen und Wirkungen, auch Landständisches Theater Linz 1843), Ingomar (F. Halm: Der Sohn der Wildniß, auch Königlich-städtisches Nationaltheater Brünn 1844), Student Strnad (V. K. Klicpera: Divotvorný klobouk) – 1843.

Landständisches Theater Linz

Guido (E. Raupach: Corona von Saluzzo), Adolph Bilberg (H. Smidt: Der Verstossene), Pierre (F. E. Lyncker: Chonchon, die Savoyardin oder Die neue Fanchon), Albert Rose, ein Landschaftsmaler (F. X. Told, nach E. Scribe: Der Zauberschleier), Theodor (W. Vogel: Ein Handbillet Friedrichs II.) – 1843; Narciß (A. E. Brachvogel: Narciß), Obrist von Götze (E. v. Bauernfeld: Ein deutscher Krieger), Don Cäsar (C. A. West [Joseph Schreyvogel], nach A. Moreto: Donna Diana), Graf Essex (H. Laube: Graf Essex), Stefan Foster (K. Töpfer: Gebrüder Foster oder Das Glück mit seinen Launen), Hannibal de Coconnas (F. W. Adami, nach A. Dumas d. Ä.: Königin Margot und Die Hugenotten), Fuchspeter (A. Langer, Musik A. Müller: Ein ehmaliger Trottl), Theseus (A. W. von Schlegel, nach Shakespeare, Musik F. Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum), Oliver Cromwell (E. Raupach: Oliver CromwellCromwell's Ende, auch Königlich städtisches Theater Znojmo 1862) – 1857; Tiberius (R. Anschütz: Brutus und sein Haus), Advokat Conway (F. Dahn: Verstrickt und gelöst), Oberst von Heerschild (W. Tremler: Die homöopathische Cur oder Der hinkende Doctor), König von Navarra (F. W. Adami, nach A. Dumas d. Ä.: Königin Margot und Die Hugenotten), Baron Waltenau (C. Elmar: Die Mozarts-Geige), Lieutenant Stein (A. Kotzebue: Die beiden Klingsberg), Rudolf von Habsburg (ibid: Rudolf von Habsburg und König Ottokar vom Böhmen), Graf Appiani (G. E. Lessing: Emilia Galotti), Cajus Cäsar Caligula (F. Halm: Der Fechter von Ravenna), Theodor Saldau (Ch. Birch-Pfeiffer: Rose und Röschen), Graf von Montalegrez (Forst a Leutner [E. Raupach]: Ein Drama ohne Titel), Graf Daranda (A. Prix [M. Bernbrunn]: Hütet Euch vor den Weibern!), Major Lindenek (K. Töpfer: Des Herzogs Befehl), Graf Aiglemont (I. F. Castelli: Folgen einer Mißheirat), Baronet Harding (A. Ch. E. Grans: „Über den Ozean!“), Peter I., Kaiser von Rußland (Ch. Birch-Pfeiffer: Steffen Langer aus Glogau), Bertrand (B. A. Herrmann: Maria oder Eine Mutter aus dem Volke), Alfons (O. Prechtler: Die Tochter des Waldes), Baron Hohenberg (E. v. Bauernfeld: Krisen) – 1858; Herzog von Buckingham (Ch. Birch-Pfeiffer: Ein Billet), Graf von St. Germain (A. Prix [M. Bernbrunn]: Der Teufel oder Die Blinde von Paris), Herzog von Dierham (E. Jerrmann, nach A. Dumase d. Ä.: Katharina Howard oder Der Schlaftrunk), Wallenstein (F. Schiller: Wallensteins Tod) – 1859; Graf von St. Géran (L. Eichler, nach E. Scribe: Gesprengte Fesseln) – 1860.

Königlich städtisches Theater Brünn (Brno)

Magister Innocentius Weise (W. Tremler: Der Mentor), Lord Bernhard Harleigh (ibid: Wahn und Wahnsinn, auch Ständisches Theater Graz 1850), Monaldeschi (H. Laube: Monaldeschi), Andreas (F. Kaiser: Der Rastelbinder), Friedrich von Bury (T. Hell, nach J.-F.-A. Bayard: Die Königin von sechzehn Jahren), Der Fürst (J. L. Deinhardstein: Modestus) – 1844; Gerichtsrath Feldner (E. Leutner: Die Geschwister), Doktor Busch (A. Kotzebue: Das Epigramm), Der Fürst von Wibourg (H. Clauren [Carl Gottlieb Samuel Heun]: Das Hotel de Wibourg oder Der Wollmarkt) – 1845; Leontes (F. Dingelstedt, nach Shakespeare: Ein Wintermärchen) – 1862; Hagen Tronje (F. Hebbel: Die Nibelungen) – 1863; Kreon (F. Grillparzer: Medea) – 1864.

Ständisches Theater Graz

Sancho Perez (E. Raupach: Die Schule des Lebens), Duvernay (W. Tremler, nach Léonce und Moléri [Hippolyte-Jules Demolière]: Der Millionär und sein Schwiegersohn), Der Fürst (A. W. Iffland: Dienstpflicht), Ludwig Honau (R. Benedix: Doctor Wespe), Voltaire (J. L. Deinhardstein: Die rothe Schleife), Bruno (Ch. Birch-Pfeiffer, nach F. Bremer: Mutter und Sohn), Raoul (I. F. Castelli: Das lebende Porträt) – 1846; Falconiere (O. Prechtler: Falconiere), Graf Tristan (F. A. Leo, nach H. Hertze: König René's Tochter), Werner Holm (F. Halm: Der Adept), Der Graf von Monte Christo (T. Megerle, nach A. Dumas d. Ä.: Der Graf von Monte Christo) – 1847; Friedrich Schiller (H. Laube: Die Karlsschüler), Heinrich Falkner (R. Benedix: Der Ruf), Herzog von Choiseul (P[hilipp] Lubarsch: Der Günstling oder Keine Jesuiten mehr!), Advokat Hermann (G. A. v. Maltitz: Das Pasquill), Quasimodo (Ch. Birch-Pfeiffer, nach V. Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame, auch Stadttheater Augsburg 1855), Der Erbprinz von Baireuth (K. Gutzkow: Zopf und Schwert) – 1848; Der Marquis von Aigrigny (C. Schmidt, nach E. Sue: Der ewige Jude), Lord Arthur Douglas (K. Gutzkow: Der dreizehnte November), Fiesco (F. Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua), Major von Thurnek (A. Kotzebue: Die Brandschatzung), Heinrich Werner von Jordan (K. Gutzkow: Werner oder Herz und Welt, auch K. k. Nationaltheater Innsbruck 1857), Theodor von Freihold (C. Elmar: Unter der Erde oder Freiheit und Arbeit), Pfarrherr Mertens (Ch. Birch-Pfeiffer: Der Pfarrherr), Garrick (W. Friedrich: Doktor Robin, auch K. k. Nationaltheater Innsbruck 1856, Landständisches Theater Linz 1858), Karl Moor (F. Schiller: Die Räuber, auch Landständisches Theater Linz 1858), Marquis von Posa (ibid: Don Carlos), Bassanio (W. Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig) – 1849; Wilhelm Tell (F. Schiller: Wilhelm Tell), Ferdinand (ibid: Kabale und Liebe), Moritz, Herzog von Sachsen (R. Prutz: Moritz von Sachsen), Carl der Zwölfte (L. W. Both [Louis Schneider], nach J. R. Planché: Carl XII. auf Rügen), Ein Secretär (F. Hebbel: Maria Magdalene), Marcus Brutus (Shakespeare: Julius Cäsar), Waldemar Graf Schenk (G. Freytag: Graf Waldemar), Don Philipp der Zweite (C. Delavigne: Don Juan von Oesterreich), Der Herzog von Nemours (ibid: Ludwig der Eilfte), Herzog von Praslin (A. J. Lang: Die Herzogin von Praslin), Faust (J. W. Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil), König Guiscard (A. Patuzzi: König und Äbtissin) – 1850; Jaromir (F. Grillparzer: Die Ahnfrau) – 1851; Fiesco (F. Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua), Bildhauer Rolla (W. Friedrich, nach Ch. Lafonte: Dornen und Lorbeer oder Das ungekannte Meisterwerk), Fürst Wolodimir (E. Raupach: Isidor und Olga) – 1852; Talbot (F. Schiller: Die Jungfrau von Orleans) – 1855.

Stadttheater Augsburg

Herzog Albrecht (M. Mayr: Agnes Bernauer), Julius von Flottwell (F. Raimund: Der Verschwender), Der Doktor (E. v. Bauernfeld: Krisen), Thumelicus (F. Halm: Der Fechter von Ravenna), Gaston (L. Schneider: Die eiserne Maske), Thomas Foster (K. Töpfer: Gebrüder Foster oder Das Glück mit seinen Launen), Der Meister (F. Schiller, Musik P. J. v. Lindpaintner: Das Lied von der Glocke), Claude Thibaut (J. Heymann: Der Droschkenkutscher) – 1855.

K. K. Nationaltheater Innsbruck

Hansjörge (K. v. Holtei: Die Perlenschnur, auch Landständisches Theater Linz 1858), Isidor (E. Raupach: Isidor und Olga), Andreas (F. Nissel: Ein Wohlthäter), Robert Dudley, Graf von Leicester (F. Schiller: Maria Stuart), Johannes Guttenberg (Ch. Birch-Pfeiffer: Johannes Guttenberg), Der König von Frankreich (F. Halm: König und Bauer), Sir Edward Hamilton (F. W. Ziegler: Partheienwuth) – 1856; Edward Gibbon (K. A. Görner: Englisch), Baron Ringelstern (E. v. Bauernfeld: Bürgerlich und romantisch), Hauptmann Wiesen (ibid: Das Tagebuch), Maler Reinhard (Ch. Birch-Pfeiffer: Dorf und Stadt), Johann, Herzog von Finnland (J. Franul von Weißenthurn: Johann, Herzog von Finnland), Baron Jacob von Ellerbrunn (C. Blum: Der Ball zu Ellerbrunn), Otto Lambert, Professor an einem Gymnasium (R. Benedix: Die Hochzeitsreise), Heinrich (K. v. Holtei: Lorbeerbaum und Bettelstab oder Drei Winter eines deutschen Dichters) – 1857.

Königlich städtisches Theater Znaim (Znojmo)

Molière (K. Gutzkow: Das Urbild des Tartüffe) – 1862.

Hofburgtheater Wien

Ein Schenkwirth (H. A. Schaufert: Schach dem König), Hermann Nördlinger (M. Mayr: Agnes Bernauer), Meister Niclas (J. L. Deinhardstein: Hans Sachs) – 1868; Einer Bürger (J. W. Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil), Ein Schreiber (C. A. West [Joseph Schreyvogel], nach Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig), Aelterer Chor (F. Schiller: Die Braut von Messina oder Die feindlichen Brüder), Der Bischof von Bamberg (J. W. v. Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand) – 1869.

Quellen

AMP: Verzeichnis der Prager Bevölkerung 1830–1910 (1920), Prager Angehörige [Burggraf Karl, geb. 1819; aus dem Jahre 1849]. 

NA Praha: Polizeidirektion I., Konskription, Kart. 60, Abb. 241 [aus dem Jahre1858]. 

Literatur

Der Humorist (Wien) 21. 12. 1838; 18. 10. 1839; 19. 12. 1842; 19. 5., 8. 6., 10. 7., 6. 10., 9. 12. 1843; 19. 1., 20. 4., 21. 9. 1844; 16. 4., 22. 5. 1845; 9. 11., 24. 11. 1847; 4. 9., 24. 12. 1850; 21. 6., 21. 8. 1851; 9. 1., 21. 1., 18. 3., 6. 5., 9. 7. 1852; Oesterreichischer Theater Almanach für das Theaterjahr 1, 1839, S. 61; Carinthia (Klagenfurt) 29, 1839, S. 208; Almanach für Freunde der Schauspielkunst (Berlin) 1840, S. 315; 1841, S. 352; 1843, T. [2], S. 278, 279; 1844, T. [2], S. 179, 215; 1845, S. 291, 401; 1846, T. [2], S. 87; 1847, T. [2], S. 74, 138; 1848, T. [2], S. 154; 1849, T. [2], S. 124; 1850, T. [2], S. 129; 1851, T. [2], S. 120; 1852, T. [2], S. 190, 191; 1853, T. [2], S. 133; Der Adler (Wien) 9. 10. 1840; 22. 4., 3. 10., 25. 11. 1842; Der Ungar (Pest) 19. 1. 1842; Moravia. Ein Blatt zur Unterhaltung, zur Kunde des Vaterlandes, des gesellschaftlichen und industriellen Fortschrittes 6, 1843, S. 98, S. 101–102; Kwěty. Národnj zábawnjk pro Čechy, Morawany, Slowáky a Slezany 10, 1843, S. 108; Nürnberger Blätter für Theater, Kunst, Mode und geselliges Leben 1, 1844, Nr. 50, ebenda 2, 1844, Nr. 100; Vindobona Stadt-Wien 13. 4. 1844; Stiria, ein Blatt des Nützlichen und Schönen (Graz) 18. 4., 23. 4., 28. 4., 14. 5., 18. 7., 27. 10. 1846; Wiener-Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 11. 5. 1846; Die Gegenwart. Politisch-literarisches Tagsblatt (Wien) 9. 3., 28. 9., 6. 11., 19. 11. 1847; Er mengt sich in Alles. Humoristisch-satirische Zeitschrift für das lachende Deutschland (Graz) 1848, S. 7, S. 31, S. 47, S. 50–51, S. 59, S. 100; Aurora. Ein Unterhaltungsblatt für Kunst, Literatur und geselliges Leben (Graz) 1849, S. 120, S. 176; Wiener Theater‑Telegraph. Zeitschrift für Kritik, Kunst, Literatur, Industrie, politische Rundschau, sociales Leben und Theatergeschäftsverkehr 1849, S. 56, S. 226–227; Gratzer Schnell-Post 7. 2. 1849; Der Herold. Abendblatt für Literatur, Theater, Kunst, geselliges Leben (Graz) 14. 7. 1849; Grazer Courier. Politisch-belletristisches Morgenblatt [Beiblatt] 18. 9., 26. 10. 1849; Grazer Zeitung. Abendblatt 11. 1., 16. 2., 15. 3., 4. 4., 2. 5., 8. 5., 18. 5., 22. 5., 11. 7., 28. 8., 4. 9., 1. 10., 2. 11., 17. 12., 27. 12., 31. 12. 1850; Wochenschrift für Kunst und Literatur (Graz) 1, 1850, s. 12, s. 147–148; ebenda 2, 1851, S. 40; Statistisches Handbuch für Bühnenvorstände, Bühnenkünstler und Bühnenfreunde (Hamburg) 1, 1853, T. 1, S. 129; Deutscher Bühnen-Almanach (Berlin) 1854, T. [1], S. 65, S. 69, T. [2], S. 272; 1855, T. [2], S. 54, S. 224, S. 102; 1856, T. [2], S. 106, S. 197; 1857, T. [2], S. 185, S. 241, S. 306; 1858, T. [2], S. 248-249; 1859, T. [2], S. 251–252; 1860, T. [2], S. 265–266; 1863, T. 2, S. 91; 1864, T. 2, S. 59; 1865, T. 2, S. 65; 1866, T. 2, S. 81; 1867, T. 2., S. 60, 176; 1868, T. 2, S. 179, 342; 1869, T. 2, S. 337; 1870, T. 2., S. 334; 1871, T. 2, S. 52, 54; Augsburger Tagblatt 9. 1., 27. 1., 17.–19. 3., 18. 9., 9. 10., 11. 10., 14. 11., 18. 12. 1855; Augsburger Anzeigblatt 16. 1., 22. 1., 18. 3., 19. 3. 1855; Innsbrucker Nachrichten 8. 11., 10. 11., 13. 11., 14. 11., 17. 11. 4. 12., 19. 12., 29. 12. 1856; 20. 1., 22. 1., 27. 1., 29. 1., 3. 2., 5. 2., 12. 2., 17. 2., 12. 3., 13. 3., 18. 3., 23. 3., 6. 4. 1857; Oesterreichisches Bürger-Blatt (Linz) 39, 1857, S. 253–255, 269–270, 302–303, 317–318, 463, 494–495, 544, 592, 669–670, 701–703, 733–734, 766; Das Linzer Wochen-Bulletin für Theater, Kunst und Belletristik 11, 1858, Nr. 3, Nr. 9, Nr. 12, Nr. 13, Nr. 15, Nr. 23, Nr. 24, Nr. 29, Nr. 31-33, Nr. 35, Nr. 38, Nr. 41-43, Nr. 51; ebenda 12, 1859, Nr. 16, Nr. 23, Nr. 36, Nr. 47, Nr. 50; ebenda 13, 1860, Nr. 9; A. Heinrich's Deutscher Bühnen-Almanach (Berlin) 1861, T. [2], S. 29–31, S. 188; 1862, T. [2], S. 37; Die Deutsche Schaubühne (Dresden) 1862, T. 5., S. 69; Blätter für Theater, Musik u. Kunst (Wien) 8, 1862, S. 350; ebenda 9, 1863, S. 82, S. 325, S. 378; Znaimer Wochen-Blatt 1862, Nr. 9, Nr. 10; Fremden-Blatt (Wien) 26. 7. 1864; 24. 11. 1865; 23. 11. 1866; Ferdinand Roeder's Theater-Kalender (Berlin) 1866, S. 175–176; Laibacher Zeitung 22. 3. 1867; Neues Fremden-Blatt (Wien) 2. 7., 9. 12. 1868; 10. 8. 1869; Neue Freie Presse. Morgenblatt (Wien) 27. 12. 1868; 5. 9. 1869; Die Presse (Wien) 30. 12. 1868; 13. 1. 1869; Die Debatte. Morgen-Ausgabe (Wien) 6. 5. 1869 ● Nekrologe: Blätter für Theater, Musik u. Kunst (Wien) 17, 1871, S. 316 [falsches Sterbedatum], S. 331; Tagesbote aus Mähren (Brünn) 12. 11. 1871; Die Presse (Wien) 13. 11. 1871; Fremden-Blatt. Morgen-Blatt (Wien) 13. 11., 15. 11. 1871; Neue Freie Presse. Morgenblatt (Wien) 14. 11. 1871; Deutscher Bühnen-Almanach (Berlin) 1873, T. 2, S. 46 ● Ch. d'Elvert: Geschichte des Theaters in Mähren und Oester. Schlesien, Brünn 1852; A. Rille: Die Geschichte des Brünner Stadt-Theaters, Brünn 1885; Katalog der Portrait-Sammlung der k. u. k. General-Intendanz der k. k. Hoftheater (Wien) 2, 1892, S. 329; Vondráček I, II; . J. Ludvová: Hudební divadlo v českých zemích [Das Musiktheater in den böhmischen Ländern], Prag 2006 [Burghauser, Karl Franz]; J. Štefanides: Kalendárium dějin divadla v Olomouci [Kalendarium der Geschichte des Theaters in Olomouc], Praha 2008; M. Havlíčková – S. Pracná – J. Štefanides: Německojazyčné divadlo na Moravě a ve Slezsku / Deutschsprachiges Theater in Mähren und Schlesien I–III, Olomouc 2011–14; B. Koubková: Olomoucká divadelní kultura v brněnském časopise Moravia v letech 1838–1848 [Die Olmützer Theaterkultur in der Brünner Zeitschrift Moravia in den Jahren 1838-1848], Bachelorarbeit 2012; S. Flesch: Die Ehrenmitglieder des Musikvereins für Steiermark [online]. [zit. 29. 10. 2015]. URL: http://www.musikverein-graz.at/wp-content/uploads/2015/03/Ehrenmitglieder-Liste-Homepage_20.3.15.pdf.

Ulrich [führt nicht den Vornamen an, führt falschen †-Ort an]; Laiske

Lebensereignisse

  • 23. 6. 1819 oder 1820: Geburt, Prag (CZ)
  • 10. 11. 1871: Tod, Brno (CZ)

Andere Namen

Burggraff , Karl


Bildung: 2017

Autor: Alena Jakubcová ml.