Frey, Friedrich

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Friedrich Frey
* 1824 Schönau u Heidelbergu
28.10. 1892 Praha nebo Heidelberg
Schauspieler

Städtischer Beamter in Mannheim, interessierte sich jedoch für das Theater. 1840 debütierte er in Oldenburg. 1852 von Direktor Stöger am Ständetheater in Prag engagiert. Wegen seines attraktiven Äußeren spielte er Figuren von Liebhabern und später Charakterrollen (Titelrolle, Schiller: Don Carlos) 1882 wurde er pensioniert. Ehefrau Marie Magdalena Frey (1815 – 1870), geborene Frey.

Sohn eines Lehrers. Ehemann der Schauspielerin Marie Magdalena Frey (1815–1870, siehe dort). Nach dem Tod seines Vaters mittellos, konnte F. sein Studium nicht fortsetzen, trat daher in die Anwaltskanzlei eines Verwandten in Mannheim ein und wurde schließlich Stadtbeamter. Er schloss sich der örtlichen Rede- und Lesehalle Aula an und entschied sich, seinem großen Interesse am Theater folgend, für eine professionelle Bühnenlaufbahn. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. 1840 debütierte F. am Hoftheater in Oldenburg. Nach kurzen Engagements in Koblenz, Trier (1844) und Riga (1946), Gastspielen in Hamburg und Wien sowie einer Saison in Köln und Würzburg ließ er sich in Graz (Direktor Franz Thomé) nieder. Zu Ostern 1852 kam er nach Prag, engagiert von Direktor Stöger, der seine zweite Prager Direktionsperiode antrat. Mit Erfolg debütierte F. am 27. 4. als Kean (Hermann: Kean oder Leidenschaft und Genie, frei nach Dumas). Am 18. 6. 1854 heiratete er seine Schauspielkollegin Marie Magdalena Frey und arbeitete mit ihr häufig auch auf der Bühne zusammen. Am 24. 4. 1877 feierte er unter großer Anteilnahme des Publikums sein 25jähriges Bühnenjubiläum am Prager Theater. Dann zog er sich allmählich von der Bühne ebenso zurück wie aus dem Gesellschaftsleben, an dem er sich anfangs stark beteiligt hatte (Augustin Berger erzählt, dass er 1878 seine Aufnahme ins Ballettensemble des deutschen Theaters vermittelt habe). 1882 erwarb er den Anspruch auf Pension und zog sich ganz ins Privatleben zurück. Es ist nicht bekannt, ob er seine letzten Jahre in Prag oder Heidelberg verbrachte.

F. war eine bedeutende Persönlichkeit des Prager Theaters. Er wurde in Liebhaberrollen beschäftigt, in denen ihm sein attraktives Äußeres zugutekam. Auch durch Fleiß zeichnete er sich aus. Schon nach den ersten Vorstellungen lobte die Prager Kritik seinen bedachtsamen Zugang zu den Texten und die angemessene Gestik und Sprache.

Lange Zeit behielt er sein gutes Aussehen und verkörperte ältere Liebhaber, Salonrollen und Bonvivants bis in die Mitte der 1860er Jahre, auch unter der Leitung von Stögers Nachfolger Franz Thomé (1858–64). Unter Rudolf Wirsing (1864–75) überwogen in seinem Repertoire allmählich Charakterrollen.


Auswahl an weiteren Rollen

1852 Claudio /Shakespeare: Viel Lärm um nichts, Ferdinand /F. Schiller: Kabale und Liebe. 1853: Don Carlos /F. Schiller: Don Carlos, Abisai /A. Meissner: Das Weib des Urias, Sullivan, Schauspieler /Castelli: Sullivan, Prof. Oldendorf /G. Freytag: Die Journalisten. 1854: Hector von Renneville  /E. Jerrmann: Lady Tartuffe, Bruno /Ch. Birch-Pfeiffer:Mutter und Sohn.1855: Thumelicus /F. Halm: Der Fechter von Ravenna. 1856: Leander /F. Grillparzer: Des Meeres und der Liebe Wellen. 1857:  Landry /Ch. Birch-Pfeiffer: Die Grille. 1858 Brackenburg /J. W. Goethe: Egmont, Leopold, Fürst /H. Hersch: Die Anna-Lise. 1859: Tristan /E. Scribe–Th. Gassmann: Fee’n-Hände. 1865: Hennig /Paul Heyse: Hans Lange. 1881: König Gunther /F. Hebbel: Die Nibelungen, Kriemhilds Rache.

Quellen und Literatur

Archiv hl. města Prahy, Census 1830–1949, Aufnahmsbogen von Marie Magdalena Frey (mit Angabe des Heiratsjahres 1855 und des Heimatrechts ihres Ehemannes)

Theateralmanach Prag 1852–1882; Teuber III, S. 418, 420-421 425, 427, 428, 433, 439, 440, 446, 480, 487, 495, 496, 565, 616, 620, 624, 627, 700, 703, 707,  714-715, 740, 741, 742, 747, 774; L. Hájek: Paměti Augustina Bergra, 1942, S. 56, 57, 59.

Eisenberg, Flüggen, Kosch Th, ODS, Reden-Esbeck, Ulrich

Lebensereignisse

  • 1824: Geburt, Schönau u Heidelbergu
  • 28.10. 1892: Tod, Praha nebo Heidelberg


Bildung: 30.11.2012

Autor: Jitka Ludvová