Geiger, Josef

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Aus Theater Enzyklopädie
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Josef Geiger
* 10.9. 1845 nebo 1848 Wien
2.10.1890 Wein (?)
Schauspieler, Schriftsteller

Als Schauspieler begann er in Wien. 1863 – 1866 Mitglied des deutschen Schauspiels in Znaim (Rollenfach jugendliche Liebhaber und Jungen vom Lande). 1866 – 1867 engagiert in Linz. 1873 – 1885 Mitglied des Ensembles des Prager Deutschen Landestheaters, Direktor R. Wirsing holte ihn dorthin. Er trat in Rollen konservativer Liebhaber und Bonvivants auf. 1866 ging er ans Wiener Carltheater.

G. begann seine Bühnenlaufbahn an zwei als Übungsbühne für junge Talente theatergeschichtlich interessanten Spielstätten, dem Pasqualati-Theater (im Palais Schönborn, Wien 8) und am Sulkowski-Theater (Wien 5), war danach (1862 ?) in Triest im Rahmen einer verunglückten deutschsprachigen Stagione des Teatro Armonico engagiert, spielte danach 1863/64 – 1865/66  in Znaim jugendliche Liebhaber und Naturburschen, 1866/67 am landschaftlichen Theater in Linz  Naturburschen, Bonvivants und Gecken, 1867/68 am Wiener Theater in der Josefstadt auch 1. Liebhaber. 1868/69 – 1871/72 war er am Berliner Friedrich-Wilhelmstädter Theater, in der folgenden Saison am Stadttheater Leipzig engagiert.

1873 wurde er von Direktor R. Wirsing ans Prager deutsche Landestheater geholt, an dem er (unter den Direktionen Eduard und Edmund Kreibig) bis 1885 verblieb. Er erwies sich schon in seinen ersten Rollen (Otto Randolph, Zinnburg) durch sein „einfach-vornehmes Spiel, feinen Lustspielton und gewandte Manieren als berufener Vertreter von Bonvivants-Rollen“ (Teuber), übernahm als Vertreter des langjährig erkrankten Edmund Sauer dessen Rollen als Helden und 1. Conversationsliebhaber (u.a. Kerbriand, Bolz), musste aber nach dessen Rückkehr  in das durch den Abgang Arthur Vollmers ans Berliner Hoftheater (1874) freigewordene Fach der Naturburschen und komischen Lustspielchargen wechseln. Nachdem er in der Krise des deutschen Landestheaters am Ende der Direktion Edmund Kreibigs 1885 noch als einer der Vertreter der Bühnenangehörigen bei den Verhandlungen mit Angelo Neumann fungiert hatte, ging G. selben Jahr ans Wiener Carltheater, an dem er am 1. 10. 1886 als Oscar de Mérindol debütierte und in der Folge noch bis Ende der Saison 1887/88 vorwiegend in kleinen Rollen im Schwank und in der Posse auftrat. Im Volksstück sind sein Anton Huber (Anzengruber: Die Kreuzelschreiber) und der Natzl (Neuert: Im Austragsstüberl) erwähnenswert.  Seine letzte dokumentierte Rolle war der Leutnant Baron von Stein in Kotzebues Die beiden Klingsberg.  Die Angaben zu seinem Tod konnten archivalisch nicht bestätigt werden.    


Rollen

Am Prager Landestheater: Otto Randolph(S. Schlesinger:Mit der Feder);Zinnburg (E. v. Bauernfeld:Die Bekenntnisse); Bolz (G. Freytag:Die Journalisten);Kerbriand (V. Sardou:Feenhände);Luis (J. Schreyvogel:Donna Diana);Phaon (A. v. Wilbrandt:Nero); Reif-Reiflingen (G. v. Moser: Krieg im Frieden); Halter (A. Dumas:Die Fremde); Horatio(W. Shakespeare:Hamlet); Schwarz (F. v. Schiller:Die Räuber); Sikkingen (J. W. v. Goethe:Götz von Berlichingen); Volker (F. Hebbel: Kriemhilds Rache); etc. -  Am Wiener Carltheater:Oscar de Mérindol (E. Goudinet – P. Sivrac: Clara Soleil); Dr. Paul Birkner (L. Treptow – L. Herrmann: Das fünfte Rad); André Taverny (A. Valabrégue:Eheglück); Raoul de Follenchéres (J. Moinaux – A. Bisson: Unter Curatel); Bernhardt Heidenreich (A. Berla: Durchgegangene Weiber); Gaston (H. Meilhac: Gotte); Ernst Lüders (C. Laufs: Ein toller Einfall);   Wilhelm(J. Nestroy:Kampl) ; Arthur (ders.: Umsonst ); Ferdinand von Hillern (B. Zappert:Ein Böhm‘ in Amerika);Regisseur (A. Dumas: Kean); Dr. Hans West (G. v. Moser – O. Girndt: Die Sternschnuppe); Johann Strauß (F. v. Radler: Josef Lanner); Leopold Frossart (G. Ohnet: Gräfin Sarah); Vicomte de Civry (V. Sardou: Fernande); etc.

Quellen

Carltheater, Theaterzettel 1886 – 1888. – Österreichische Nationalbibliothek, Theatersammlung. – Wienbibliothek im Rathaus, Wien.

Periodika

Deutscher Bühnen-Almanach, Jg. 27ff., 1863ff. –Deutsches königl.  Landestheater in Prag. Almanach und Adressbuch 1874–1885. – Neuer Theater-Almanach, Jg. 4, 1893, S. 106;

Literatur

O. Teuber, Geschichte des Prager Theaters, III, 1888, S. 585, 619f., 624, 703-706, 740-742,754, 772, 774f., 802, 804, 809.

Flüggen, Kosch Th, Oppenheim, Ulrich

Lebensereignisse

  • 10.9. 1845 nebo 1848: Geburt, Wien
  • 2.10.1890: Tod, Wein (?)


Bildung: 30.11.2012

Autor: Hubert Reitterer