Franckel, Adolf

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Adolf Franckel
* 20.10. 1821 Brün (Brno, CZ)
28.4. 1896 Wien (A)
Regisseur, Dramatiker, Regisseur

Er erhielt eine umfassende Ausbildung. 1866 Direktor des Stadttheaters auf dem Kohlmarkt in Brünn. 1870 ging er mit dem Ensemble ans Wiener Theater in der Josefstadt. Er führte vor allem Opern auf, später auch leichtere Genres. Er führte in Hamburg, Bremen und im Theater an der Wien Regie. 1882 – 1885 Direktor des neu errichteten deutschen Stadttheaters Na hradbách in Brünn (das erste voll elektrifizierte Theater in Europa). Trotz der künstlerischen Qualitäten hatte er organisatorisch keinen Erfolg. Ab 1887 leitete er das Sekretariat des Vereins des deutschen Volkstheaters.

Schreibung auch Franckl oder Frankl. Wurde als jüngster von drei Söhnen einer jüdischen Familie geboren. Sein ältester Bruder Berthold F. (*1810) schlug eine musikalische Laufbahn ein: Er trat als Pianist auf und bildete sich später in Wien weiter. Der Bruder Hermann F. (*1816) war literarisch tätig. Er schrieb Gedichte, übersetzte und versuchte sich auch an Dramen. Nach einem Studium am Wiener polytechnischen Institut war er zunächst als Kaufmann tätig, gab seinen Beruf jedoch zugunsten der literarischen Tätigkeit auf. F.s Gattin Aurelie, geb. Evers, war Opernsängerin und 1868–1870 am Brünner Stadttheater am Krautmarkt (Městské divadlo na Zelném trhu) engagiert. Ihr gemeinsamer Sohn Adolf (geb. 1878) schlug keine Theaterlaufbahn ein, er arbeitete als leitender Ingenieur für internationale Firmen in Europa und den USA. Adolfs Tochter, F.s Enkelin Herta Frankel (†1996), war jedoch als Tänzerin und Puppenspielerin in Spanien tätig. F. ist in Wien beigesetzt.

F. besuchte in Brünn das Gymnasium und absolvierte das zweijährige, in Vorbereitung auf das Universitätsstudium obligatorische philosophische Propädeutikum. Daneben genoss er eine praktische Ausbildung: Bei Gottfried Rieger, dem Komponisten und Kapellmeister des Brünner Stadttheaters, lernte er Generalbass und Partiturlesen. Auf Wunsch seines Vaters studierte er am Wiener polytechnischen Institut Mathematik, Mechanik, Maschinenbau und Bauwesen und schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. In Wien blieb er bis 1848, dann musste er aufgrund seiner Beteiligung an der Revolution die Stadt verlassen und begab sich nach Deutschland. In Leipzig, Weimar und Dresden musste er sich zwar verstecken, es gelang ihm jedoch, seine Studien fortzusetzen. 1851 wurde ihm an der Universität Jena der Doktorgrad in Philosophie verliehen. F.s illegaler Aufenthalt endete 1855 in Dresden – dort wurde er festgenommen und an Österreich ausgeliefert, wo er für seine Revolutionsbeteiligung eine Haftstrafe verbüßen sollte. Dank einer Amnestie kehrte er jedoch später nach Brünn zurück. Bereits während seiner Studienzeit hatte sich F. mit Geschichte, Ästhetik, deutscher Literatur und Weltliteratur befasst. In den vierziger Jahren veröffentlichte er in der Zeitschrift Moravia kleinere lyrische Texte, in Deutschland gab er unter dem Titel Wiener Gräber (Leipzig 1849) eine Sammlung politischer Erzählungen und das epische Gedicht Tannhäuser (Weimar 1854) heraus. Im Herbst 1865 bewarb er sich schließlich um den Posten des Theaterdirektors in Brünn.

Diesen Posten trat F. im April 1866 ohne vorhergehende Erfahrungen an: Der Stadtrat, dem offenbar F.s umfassende Bildung imponierte, hatte ihn aus acht Bewerbern – größtenteils erfahrenen Theaterleitern – ausgewählt und vermietete ihm für sechs Jahre das Theater einschließlich des Redoutensaals. F. trat hierbei die Nachfolge Anton Zöllners (1860–1866) an, der aus finanziellen Gründen einem leichten Repertoire den Vorzug gegeben hatte. Die Grundlage des Opernrepertoires bildeten Werke von Giuseppe Verdi.

Die Leistungen des Ensembles ließen bis jetzt zu wünschen übrig. F. engagierte daher neue Schauspieler und Regisseure wie auch einen neuen Kapellmeister und ließ neue Dekorationen anfertigen. Sein Repertoire orientierte sich zum einen an den Erwartungen des Publikums, zum anderen an der aktuellen Zusammensetzung des Ensembles, die sich auch während der Spielzeiten änderte. Am zahlenstärksten war im ersten Jahr das Schauspiel (31 Mitglieder), wohingegen die Oper mit knapp der Hälfte an Personal (14 Mitglieder) auskommen musste. Bezüglich der Vorstellungszahl standen in der Oper italienische Werke (Verdi, Donizetti, Rossini) an erster Stelle, F. versuchte jedoch, dem Publikum auch die Pariser Grand opéra (Auber: Die Stumme von Portici, Meyerbeer: Robert der Teufel, Die Hugenotten, Der Prophet) nahezubringen, und auch die frühen Werke Wagners entgingen seinem Interesse nicht (Tannhäuser 26. 1. 1867, Lohengrin 17. 12. 1867 und Der fliegende Holländer 2. 12. 1871). Im Operettengenre waren vor allem Offenbach und Suppé vertreten, im Schauspiel dominierten Komödien (Raimund, Nestroy, Bauernfeld, O. F. Berg, Benedix, Charlotte Birch-Pfeiffer, A. Langer).

Trotz der Gunst des Stadtrats hatte F. mit finanziellen Problemen zu kämpfen, da er den größten Teil der verfügbaren Mittel für Gagen aufwenden musste. Sein Vertrag war zudem unvorteilhaft: Er verpflichtete ihn, auch die Kosten für Instandhaltung und Bewachung des Theaters zu übernehmen. Am 23. Juni 1870, als die Stadt bereits den Bau eines neuen Theaters erwog, wurde das Theater durch einen Brand zerstört. F.s Opernensemble zog daraufhin in das Wiener Theater in der Josefstadt um, F. selbst begab sich mit dem Rest seines Brünner Ensembles in die umgebauten Räume einer Brünner Reithalle. Dieses provisorische Theater diente vom 14. 8. 1870 bis zum Ende des Jahres als Spielstätte. Das Repertoire war begrenzt und der Zuschauerraum blieb trotz großer Bemühungen halb leer. Am 1. Januar 1871 wurde das neue Interimstheater (Prozatímní divadlo) eröffnet. Investor war eine Privatgesellschaft, Bauherr Ferdinand Fellner d. J., später Teilhaber des berühmten auf Theaterbauten spezialisierten Architekturbüros Fellner – Helmer. Das im historisierenden Neorenaissancestil erbaute einstöckige Haus auf dem Ratwitt-Platz  (heute Žerotínovo náměstí) hatte eine Kapazität von ca. 1500 Zuschauern und war als Übergangslösung zu einem repräsentativen neuen Gebäude gedacht.

F. versuchte, anspruchsvollere Opern und Tragödien auf die Bühne zu bringen. Er sah sich jedoch bald mit Kritik von Seiten der Presse wie auch des Publikums konfrontiert. Erstere forderte eine größere Variationsbreite im Spielplan, Letzteres war mehr auf Komödien und Operetten erpicht. 1871 wurde u. a. der Wiener Komiker Rudolf Tyrolt engagiert, der bald sehr beliebt war und beträchtlich zu einem höheren Niveau des Komödienrepertoires beitrug. Die guten Zeiten währten jedoch nur ein Jahr. In der folgenden Spielzeit wurde F. nach Änderungen im Ensemble nicht nur kritisiert, sondern auch persönlich angegriffen. Gekrönt wurden die Probleme von einem Krach an der Wiener Börse (1873), bei dem F. einen großen Teil seiner finanziellen Mittel verlor. Im Winter 1874 wurde er auf Plakaten häufiger als Regisseur angeführt. Erfolg hatten insbesondere seine Inszenierungen von Lecocqs Operette Angot und von Meyerbeers Oper Der Prophet. Als in der Spielzeit 1874/75 Heinrich Hirsch zum Theaterdirektor ernannt wurde, blieb F. weiterhin als Chefregisseur am Brünner Theater tätig.

In den Jahren 1876–1878 arbeitete F. als Opernregisseur in Hamburg und Bremen, 1879–1882 als Regisseur am Theater an der Wien. Als der Brünner Stadtrat als Investor Anfang der 80er-Jahre das neu erbaute Deutsche Stadttheater (Městské německé divadlo Na hradbách) eröffnete, wurde F. erneut zum Direktor ernannt. Zu diesem Anlass verfasste er das Festspiel Bei Frau Bruna, das zur Eröffnung des Theaters am 14. 11. 1882 vor Goethes Trauerspiel Egmont aufgeführt wurde. Während der ersten Spielzeit im neuen Haus waren die Einnahmen höher als die Ausgaben. Die Zuschauer wurden auch von dem eleganten Bau selbst – dem ersten vollständig elektrifizierten Theater Europas – angezogen (Baumeister war abermals die Firma Fellner – Helmer). Die städtische Theaterkommission wollte das Gebäude privatisieren oder verpachten, der Antrag wurde jedoch nicht bewilligt und so oblag die Theaterverwaltung für weitere zwei Jahre der Stadt, mit F. als künstlerischem Leiter. Die Stadt versprach F. eine Ergänzung der Bibliothek, insbesondere um fehlende Opernlibretti, die bislang aus dem Ausland beschafft werden mussten. Der in der ersten Spielzeit erzielte finanzielle Gewinn wiederholte sich jedoch nicht, unter anderem deshalb, weil F. das Geld zur Zahlung von Honoraren für die vielen gastierenden Sänger und Schauspieler aus Wien aufwenden musste.

Während der ersten Spielzeit im neuen Gebäude 1882/83 standen 92 Stücke (17 Opern, 22 Schauspiele, 12 Operetten, 18 Komödien, 22 Schwänke und Volksstücke) auf dem Spielplan, 18 davon waren Neuinszenierungen. Den größten Regieerfolg hatte  F. mit Millöckers Operette Der Bettelstudent, die auch in den darauffolgenden Jahren oft gespielt wurde. An der Aufführung von Sophokles’ Antigone (11. 3. 1883) war u. a. der Brünner Männergesang-Verein beteiligt. (Von einer häufigeren guten Zusammenarbeit des Theaters mit dem Chor zeugt auch ein Prolog, den F. zum Jubiläum des Chors verfasste, siehe Rubrik „Texte“ am Ende des Artikels). Bereits während der ersten Spielpause erhoben sich jedoch kritische Stimmen, die sich später, als es (u. a. infolge von Krankheit) zu häufigen Spielplanänderungen kam und F. ältere Inszenierungen wiederholen ließ, noch verstärkten. Zudem waren die Kompetenzbereiche der drei Hauptverantwortlichen (der städtischen Theaterkommission, des Theaterdirektors und der Ensemblevertreter) nicht klar definiert. Es kam zu Konflikten bei der Besetzung freier Stellen, der Verteilung von Rollen u. Ä.

Am Ende seiner Amtszeit umfasste F.s Ensemble 15 Schauspieler, 9 Schauspielerinnen, 11 Sänger und 9 Sängerinnen, wobei einige sowohl im Schauspiel als auch in Oper und Operette tätig waren. Im Orchester waren 42 Musiker engagiert. In der Spielzeit 1883/84 ließ F. 147 Stücke (27 Opern, 36 Trauerspiele und Dramen, 17 Operetten, 48 Komödien, 19 Schwänke und Volksstücke) aufführen, 19 davon wurden erstmals in Brünn aufgeführt. Es fanden auch Nachmittagsvorstellungen statt. Am 6. 4. 1884 brachte F. mit seinem Opernensemble im Redoutensaal ein Konzert mit Kompositionen von Wagner auf die Bühne.

Als der Direktorenposten neu ausgeschrieben wurde, entschied sich der Stadtrat mit der Mehrzahl aller Stimmen (33 : 9) für den bislang in Graz tätigen Moritz Alexander Krüger. F. beendete seine Tätigkeit im Juni 1885. Er ging daraufhin nach Wien, wo er 1887 eine Stelle als Sekretär beim Verein des deutschen Volkstheaters übernahm, die er bis zu seiner Pensionierung ausübte.

Ein dauerhaftes Problem während F.s Zeit als Theaterdirektor in Brünn war die Fluktuation des künstlerischen Personals. Im Ensemble fehlte es an Disziplin, es kam vermehrt zu Konflikten und F. war nicht imstande, realisierbare Pläne zu entwerfen. Es gelang ihm nicht, Abonnenten zu gewinnen, da er meist den Spielplan für die nachfolgende Saison nicht rechtzeitig vorbereitete. F. erwies sich als künstlerisch fähige Persönlichkeit mit einer schwachen Autorität und einem unzureichenden Sinn für das Praktische. Er wollte sich den Wünschen des Publikums nicht beugen und hatte viele Gegner. Er hatte jedoch auch Fürsprecher, die sein Streben nach höherer Qualität zu schätzen wussten.


Texte

Prolog zur 25jähr. Jubelfeier des Brünner Männergesang-Vereins, Brünn 1885.

Regiearbeiten

(laut den verfügbaren Informationen):

1874: 7. 7. Hebbel: Die Nibelungen, 1. 8. Halévy: Die Jüdin, 6. 8. Meyerbeer: Die Afrikanerin, 8. 8. Wagner: Tannhäuser, 11. 8. Wagner: Lohengrin, 7. 10. Thomas: Mignon, 13. 10. Anzengruber: Der Gwissenswurm, 24. 10. Lecocq: Angot, die Tochter der Halle, 17. 11. Meyerbeer: Der Prophet, 1. 12. L'Arronge: Mein Leopold

1875: 9. 1. Offenbach: Die Prinzessin von Trapezunt, 14. 1.  Grillparzer: Medea, 6. 2. Feuillet: Die Sphinx, 20. 2. Freytag: Valentine, 29. 3. O. Feuillet: Dalila, 4. 4. O. F. Berg: Einer von unsere Leut’, 8. 4. R. Wagner: Lohengrin, 9. 4. G. Donizetti: Lucia von Lammermoor, 11. 4. Offenbach: Blaubart, 14. 4. Lortzing: Czaar und Zimmermann, 17. 4. L'Arronge a Moser: Registrator auf Reisen, 22. 4. George Sand: Der Marquis von Villemer, 23. 4. Donizetti: Lucrezia Borgia, 28. 5. Birch-Pfeiffer: Die Waise aus Lowood, 29. 4. A. Offermann: Ariadne, 12. 5. Gutzkow: Uriel Acosta, 17. 5. Schiller: Die Räuber, 19. 5. Meyerbeer: Die Hugenotten, 22. 5. Birch-Pfeiffer: Dorf und Stadt, 23. 5. Brachvogel: Narciss, 25. 5. Verschiedene Meister: Däumling, Rapunzel mit dem langen Haar und Prinz Riquet mit dem Schopf, 28. 5. Rossini: Der Barbier von Sevilla, 5. 6. Gounod: Margarethe (Faust), 10. 6. Boieldieu: Die weiße Frau, 11. 6. J. Hopp: Margharethl und Fäustling, 12. 6. Verdi: Troubadour, 17. 6. A. Müller: Stadt und Land, oder: Der Viehhändler aus Ober-Oesterreich, 22. 6. A. Müller: Rastelbinder, oder: Zehntausend Gulden, 23. 6. Donizetti: Marie, die Tochter des Regiments, 25. 6. Mozart: Don Juan, 27. 6. F. Hopp: Die Bekanntschaft in Paradiesgarten, die Entführung auf den Himmel und die Verlobung im Elysium, 29. 6. E. Dorn: Rósza Sándor, 1. 7. Bellini: Norma, 3. 7. Birch-Pfeiffer: Mutter und Sohn, 8. 7. Wagner: Tannhäuser, 14. 7. A. Albini: Kunst und Natur, 21. 7. Lessing: Emilia Galotti, 23. 6. Nestroy: Das Mädel aus der Vorstadt, 27. 7. O. F. Berg: Die Zwillingsbrüder, 30. 7. K. Binder: Von Oben nach Unten, 1. 8. C. Juin: Gut bürgerlich, oder Ein Wiener Bürger, 7. 8. Grillparzer: Die Ahnfrau, 12. 8. Brachvogel: Die Harfen-Schule, 14. 8. Verdi: Ein Maskenball, 15. 8. H. Müller und E. Pohl: Heydemann und Sohn, 25. 8. C. F. Stix: Die Vergnügungszügler, 26. 8.  Donizetti: Der Liebestrank, 31. 8. Flotow: Martha, 14. 9. Weber: Der Freischütz, 21. 9. Lessing: Nathan der Weise, 28. 9. Offenbach: Die schöne Helena, 3. 10. Birch-Pfeiffer: Der Glöckner von Notre Dame, 17. 10. E. Dorn: Die Blutsauger des Volkes, 12. 11. Mosenthal: Madelaine Morel, 13. 11. Nikolai: Die lustigen Weiber von Windsor, 16. 11.  Wilbrandt: Arria und Messalina, 26. 11. H. E. v. S. C. G.: Diana von Solange, 27. 11. Björnson: Ein Fallissement, 30. 11. Brachvogel: Narciss, 1. 12. Verdi: Violetta, die Dame mit den Camellien (La Traviata), 4. 12. Lecocq: Hundert Jungfrauen, 11. 12. Sophokles: Antigone, 15. 12. Anzengruber: Der Pfarrer von Kirchfeld, 18. 12. Mozart: Don Juan, 22. 12. Schiller: Maria Stuart, 23. 12. Scribe und Legouvé: Adrienne Lecouvreur, 29. 12. Hérold: Zampa.

1876: 4. 1. Sardou: Fernande, 6. 1. Shakespeare: Ein Wintermärchen, 8. 1. Sardou: Eine Familie nach der Mode, 13. 1. Blume: Rose Michel, 14. 1. Nestroy: Das Mädel aus der Vorstadt, 15. 1.  Grillparzer: Des Meeres und der Liebe Wellen, 25. 1. Bauernfeld: Bürgerlich und Romantisch, 27. 1. Flotow: Martha, 28. 1. Shakespeare: Othello, 30. 1. F. Hopp: Die Bekanntschaft im Paradiesgarten, die Entführung auf den Himmel und Verlobung im Elysium, 13. 2. Lecocq: Angot, die Tochter der Halle, 17. 2. Verdi: Troubadour, 23. 2.  Nikolai: Die lustigen Weiber von Windsor, 25. 2. Gutzkow: Uriel Acosta, 26. 2. Donizetti: Der Liebestrank, 29. 2. Offenbach: Kakadu, 1. 3. Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig, 7. 3.  Adam: Der Postillon von Lonjumeau, 14. 3. F. Halm: Wildfeuer, 18. 3. Suppé: Die Frau Meisterin, 21. 3. Lortzing: Der Wildschütz, 22. 3. Shakespeare: Hamlet, 25. 3. Raimund: Der Verschwender, 31. 3. und 2. 4. Historisches Lustspiel-Theater (Vier Jahrhunderte) Entwickelung des Deutschen Theaters. Einleitende Skizze gesprochen von Dr. Adolf Franckel (Wohltätigkeitsvorstellung des Theaterdirektors), 17. 4. C. Bayer und A. Bittner: Thomas, der Massenmörder von Bremerhaven.

1883: 19. 2. Meyerbeer: Dinorah, 16. 3. Meyerbeer: Die Hugenotten, 10. 4. Lortzing: Der Wildschütz, 21. 4. Calderón: Der Richter von Zalamea, 30. 4.  Millöcker: Der Bettelstudent, 3. 5. Gutzkow: Uriel Acosta, 9. 5. Méllesville: Sie ist wahnsinnig, 16. 5. Verdi: Rigoletto, 18. 5. Schiller: Kabale und Liebe, 19. 5. Weber: Der Freischütz, 5. 6. Halévy: Die Jüdin, 11. 6. Sardou: Der letzte Brief, 16. 6. Verdi: Ein Maskenball, 30. 6. Gluck: Orpheus und Eurydika, 2. 9. Mozart: Die Hochzeit des Figaro, 18. 9. Planquette: Die Glocken von Corneville, 13. 10. Pailleron: Die Welt, in der man sich langweilt, 8. 11. Bizet: Carmen, 9. 11. Schiller: Die Braut von Messina, 6. 12. Verdi: Aida.

1884: 15. 1. Grillparzer: Sappho, 31. 1. Bayard: Die Gefangenen der Czarin, 20. 2. Shakespeare: Ein Wintermärchen, 28. 2. Joh. Strauss: Eine Nacht in Venedig, 23. 4. Shakespeare: Antonius und Cleopatra, 30. 4. Millöcker: Gasparone, 7. 5. Goethe: Clavigo, 30. 5. L. Günther: Der Leibarzt, 7. 6. Planquette: Rip-Rip, 2. 9. Moser: Das Stiftungs-Fest, 5. 9. Moser: Der Bibliothekar, 12. 9. J. Rosen: O diese Mädchen!, 18. 9. Laube: Monaldeschi, 30. 9. Genée: Nanon, 8. 10. Moser: Glück bei Frauen, 11. 10. Ohnet: Der Hüttenbesitzer, 30. 10. Meyerbeer: Die Afrikanerin, 7. 11. Iffland: Die Hagelstolzen, 26. 11. Shakespeare: Macbeth, 29. 11. Auber: Maurer und Schlosser, 1. 12. Laube: Graf Essex, 10. 12. F. Halm: Wildfeuer, 14. 12. Blumenthal: Der Probepfeil.

1885: 10. 1.  Wagner: Der fliegende Holländer, 15. 1. Grillparzer: König Ottokar's Glück und Ende, 31. 1. Millöcker: Feldprediger, 4. 2. Mosenthal: Deborah, 18. 2. Méhul: Joseph und seine Brüder, 19. 2. Dumas: Prinzessin von Bagdad, 3. 3. Hérold: Zampa oder Die Marmorbraut, 10. 3. Sardou: Feodora, 9. 4. Offenbach: Prinzessin von Trapezunt, 11. 4. Nessler: Der Rattenfänger von Hameln, 29. 4. Shakespeare: Julius Cäsar, 6. 6. Joh. Strauss: Cagliostro in Wien.

Quellen

Archiv města Brna, Fond A1/22, Inv.-Nr. 1712, Sign. 49/47, K. 309.

Periodika

Mährischer Correspondent [Brünn], 1865–1875. – Mährisch-schlesischer Correspondent [Brünn], 1882–1885. – F. Mayer: Theater-Journal für 1866: Allen Freunden und Gönnern des Theaters, Brünn 1866, 1867, 1868. – F. Mayer: Oster-Ei zum Schlusse der Theater-Saison: Allen Freunden und Gönnern des Theaters, Brünn 1867b, 1868. – A. Gerdinitsch:Almanach des städtischen Theaters in Brünn. Brünn 1882, 1884, 1886. – Deutscher Bühnenalmanach auf das Jahr 1884, S. 53 (hier Ensemblebesetzung). – Neuer Theater Almanach für das Jahr 1897, Berlin 1897, S. 175.

Literatur

A. Rille: Geschichte des Brünner Stadttheaters, Brünn 1885, S. 166–176, 196–208.

W. Schram: Ein Buch für jeden Brünner. Teil 5, Brünn 1905, S. 8–16.

G. Bondi: 25 Jahre Eigenregie: Geschichte des Brünner Stadttheaters 1882–1907. Brünn 1907, S. 4–38 (hier Ensemblebesetzung und Gäste in den einzelnen Spielzeiten).

G. Bondi: Geschichte des Brünner deutschen Theaters 1600-1925. Brünn 1924, S. 17–19, 21–23 (hier Ensemblebesetzung und Gäste in den einzelnen Spielzeiten).

E. Steiner: Die Brünner und ihr Stadttheater : Ein Stück deutscher Theatergeschichte. Leimen/Heidelberg 1964, S. 44–48, 62–63.

G. Mauthe, S. Blumesberger, M. Doppelhofer: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert, Bd. 1, München 2002, S. 346 f.

Pillwein, H. Schneider: Lexikon bedeutender Brünner Deutscher 1800-2000 : ihr Lebensbild, ihre Persönlichkeit, ihr Wirken : hier werden Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt vorgestellt, die in ihr oder in ihrer Umgebung geboren und groß wurden; auch solche, die zuzogen und in ihr Heimat oder Berufserfolg fanden: Berühmte und Bedeutende, Ausgezeichnete und Verdienstvolle, Bekannte und weniger Bekannte, Schwäbisch Gmünd 2000. 237 S.

M. Dočkalová: Adolf Franckel a německé divadlo v Brně v letech 1866–1875, Bachelorarbeit, Masarykova univerzita v Brně 2009.

M. Dočkalová: Ředitel Adolf Franckel. Prameny k německému divadlu v Brně v letech 1866–1875, Divadelní revue [Praha] 23, Nr. 1,  S. 78–94.

Kosch Th, Mauthe, Pillwein, Ulrich, Wininger, Wurzbach

Lebensereignisse

  • 20.10. 1821: Geburt, Brün (Brno, CZ)
  • 28.4. 1896: Tod, Wien (A)

Andere Namen

Franckl Adolf Frnakl Adolf


Bildung: 30.11.2012

Autor: Monika Dočkalová