Mikovec, Ferdinand Břetislav: Unterschied zwischen den Versionen

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Bedeutender Kritiker des deutschen und tschechischen Theaters. Er publizierte in der Beilage der Zeitschrift ''Ost und West'': ''Prag – Beiblätter zu Ost und West'', in der Zeitschrift ''Bohemia'' und in der ''Wiener Zeitung'', ab 1842 in tschechischer Sprache in den Zeitschriften ''Květy'' und ''Poutník''.  Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift ''Lumír, ''für die er 1851 – 1857 Kritiken verfasste. Autor der Dramen ''Záhuba rodu Přemyslovského'' (aufgeführt 1848 im Ständetheater) und ''Dimitri Ivanovič'' (aufgeführt 1855 ebenda).
 
Bedeutender Kritiker des deutschen und tschechischen Theaters. Er publizierte in der Beilage der Zeitschrift ''Ost und West'': ''Prag – Beiblätter zu Ost und West'', in der Zeitschrift ''Bohemia'' und in der ''Wiener Zeitung'', ab 1842 in tschechischer Sprache in den Zeitschriften ''Květy'' und ''Poutník''.  Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift ''Lumír, ''für die er 1851 – 1857 Kritiken verfasste. Autor der Dramen ''Záhuba rodu Přemyslovského'' (aufgeführt 1848 im Ständetheater) und ''Dimitri Ivanovič'' (aufgeführt 1855 ebenda).
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Geboren als Ferdinand Daniel Emanuel Mikowetz in der gut situierten Familie eines Justiziars und Gutsverwalters der Fürsten Kinsky, der das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Böhmen mit großem Interesse verfolgte. An seinem Geburtsort absolvierte '''M.''' die Trivialschule, ab 1837 besuchte er das Augustinergymnasium in  Česká Lípa (Böhmisch Leipa), das er (unter dem Einfluss von Anton Krombholz, eines Schülers des Historikers und Reformpriesters Bernhard Bolzano) mit ausgezeichnetem Erfolg absolvierte. Hier schloss er auch Freundschaft mit dem Landesadvokaten, böhmischen Landtagsabgeordneten und späteren Vollstrecker seines letzten Willens Franz Schmeykal. Im Herbst 1842 ging '''M.''' nach Prag, um an der dortigen Universität die sog. philosophischen Jahrgänge zu absolvieren. Diese waren Voraussetzung für sein anschließendes Studium (u. a. bei dem Philosophen Augustin Smetana), das er jedoch bald aufgab.
 
Geboren als Ferdinand Daniel Emanuel Mikowetz in der gut situierten Familie eines Justiziars und Gutsverwalters der Fürsten Kinsky, der das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Böhmen mit großem Interesse verfolgte. An seinem Geburtsort absolvierte '''M.''' die Trivialschule, ab 1837 besuchte er das Augustinergymnasium in  Česká Lípa (Böhmisch Leipa), das er (unter dem Einfluss von Anton Krombholz, eines Schülers des Historikers und Reformpriesters Bernhard Bolzano) mit ausgezeichnetem Erfolg absolvierte. Hier schloss er auch Freundschaft mit dem Landesadvokaten, böhmischen Landtagsabgeordneten und späteren Vollstrecker seines letzten Willens Franz Schmeykal. Im Herbst 1842 ging '''M.''' nach Prag, um an der dortigen Universität die sog. philosophischen Jahrgänge zu absolvieren. Diese waren Voraussetzung für sein anschließendes Studium (u. a. bei dem Philosophen Augustin Smetana), das er jedoch bald aufgab.
  
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Aktuelle Version vom 23. Januar 2017, 10:32 Uhr

Ferdinand Břetislav Mikovec
* 23.12. 1826 Bürgstein (Pirkštejn) / Sloup u Nového Boru
22.9. 1862 Praha
Dramatiker, Theaterkritiker, Kulturhistoriker, Literaturhistoriker, Redakteur

Bedeutender Kritiker des deutschen und tschechischen Theaters. Er publizierte in der Beilage der Zeitschrift Ost und West: Prag – Beiblätter zu Ost und West, in der Zeitschrift Bohemia und in der Wiener Zeitung, ab 1842 in tschechischer Sprache in den Zeitschriften Květy und Poutník.  Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift Lumír, für die er 1851 – 1857 Kritiken verfasste. Autor der Dramen Záhuba rodu Přemyslovského (aufgeführt 1848 im Ständetheater) und Dimitri Ivanovič (aufgeführt 1855 ebenda).

Geboren als Ferdinand Daniel Emanuel Mikowetz in der gut situierten Familie eines Justiziars und Gutsverwalters der Fürsten Kinsky, der das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Böhmen mit großem Interesse verfolgte. An seinem Geburtsort absolvierte M. die Trivialschule, ab 1837 besuchte er das Augustinergymnasium in  Česká Lípa (Böhmisch Leipa), das er (unter dem Einfluss von Anton Krombholz, eines Schülers des Historikers und Reformpriesters Bernhard Bolzano) mit ausgezeichnetem Erfolg absolvierte. Hier schloss er auch Freundschaft mit dem Landesadvokaten, böhmischen Landtagsabgeordneten und späteren Vollstrecker seines letzten Willens Franz Schmeykal. Im Herbst 1842 ging M. nach Prag, um an der dortigen Universität die sog. philosophischen Jahrgänge zu absolvieren. Diese waren Voraussetzung für sein anschließendes Studium (u. a. bei dem Philosophen Augustin Smetana), das er jedoch bald aufgab.

Nach dem Tod des Vaters zog M.s Mutter mit zwei weiteren Söhnen und drei Töchtern nach Prag, wo M. dank der guten finanziellen Situation der Familie seinen Interessen – der Kulturgeschichte (v. a. Architektur-, Literatur- und Kunstgeschichte) und der Theaterkritik – nachgehen konnte. Er war mit vielen Persönlichkeiten des deutschsprachigen Kulturlebens (B. Gutt, R. Glaser, U. Horn, F. Klutschak, F. L. Schirnding) und später auch mit tschechischen Kulturschaffenden (J. Arnold, E. Čenský, J. V. Frič, J. A. Gabriel, J. J. Kolár, F. Kolár) bekannt. Seine Artikel erschienen zunächst in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften (Prag – Beiblätter zu Ost und West, Bohemia, Wiener Zeitung), ab 1846 publizierte er in den Zeitschriften Květy und Poutník auch auf Tschechisch. 1847 wurde er Vorsitzender des utraquistischen Kunstvereins Concordia. 1848 war er (u. a. als Mitorganisator des Slawenkongresses) auf Seiten der tschechischen radikalen Demokraten am gesellschaftlichen und politischen Geschehen beteiligt und bemühte sich als Fahnenträger des Vereins „Svornost“ („Einigkeit“) um die Überwindung des wachsenden tschechisch-deutschen Misstrauens und Antagonismus. Im Juni 1848 schloss er sich dem sog. Prager Pfingstaufstand an, nach dessen Niederschlagung er nach Kroatien floh, da gegen ihn und den Schriftsteller J. V. Frič ein (später widerrufener) Haftbefehl vorlag. Von Kroatien aus begab er sich in die serbische Provinz Vojvodina und war bis Anfang des Jahres 1849 als Adjutant des Generals Djordje Stratimirović im St.-Thomas-Lager der freiwilligen antiungarischen Einheiten tätig.

Nach Prag zurückgekehrt, befand sich M. in einer politisch unsicheren Situation (eine Reihe seiner vormaligen Freunde hatte den Kontakt zu ihm abgebrochen). Daher ging er Anfang März 1849 nach Leipzig, wo er in der Redaktion der Zeitschrift Die Grenzboten arbeitete (hier verkehrte er u. a. mit  G. Freytag und K. Herloßsohn). Er reiste nach Mitteldeutschland, um kulturelle und literarische Bohemica zu studieren, und besuchte auch einige Theatervorstellungen. Aus ungeklärten Gründen kehrte er im November 1849 nach Prag zurück. In einer Zeit wachsender Reglementierung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens versuchte er vergeblich, einen literarischen Almanach herauszugeben, im Dezember 1850 bewilligte ihm jedoch die Prager Statthalterei die Herausgabe der Literaturzeitschrift Lumír. Diese wurde in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu einer wichtigen Plattform der tschechischen kulturellen Öffentlichkeit. M. fungierte als Leiter und Chefredakteur der Zeitschrift, für die er bis zu seinem Tod Kulturbeiträge und Kritiken schrieb.

Auch in der nachfolgenden Zeit unterhielt M. persönliche Kontakte mit tschechischen Künstlern (K. V. Hof, J. Kaška, J. J. Kolár, J. Mánes, J. Neruda, K. Šimanovský, P. Švanda ze Semčic, V. Vávra Haštalský) wie auch mit deutschsprachigen Literaten und Theaterschaffenden (J. Bayer, K. E. Ebert, J. Gundling, E. M. Oettinger, I. Reinsberg-Düringsfeld, A. Schleicher, F. Thomé), er verfasste Artikel zur tschechischen Kulturgeschichte, die in deutschen und österreichischen Zeitungen und Zeitschriften publiziert wurden. Ende der 50er-Jahre war er an der Gründung des utraquistischen Kunstvereins Arcadia und an der gemeinsamen tschechisch-deutschen Feier zum 100. Geburtstag Friedrich Schillers (1859) in Prag beteiligt. Im September 1861 organisierte er gemeinsam mit dem Musikkritiker und Komponisten A. W. Ambros eine erste Ausstellung alter tschechischer Kunstgegenstände im Altstädter Rathaus (ohne Beteiligung des tschechischen Nationalmuseums, dem er aufgrund von Diskrepanzen den Rücken gekehrt hatte). Das Übermaß an Arbeitsverpflichtungen und wohl auch M.s persönliche Enttäuschung über die wachsende Entfremdung zwischen Tschechen und Deutschen beschleunigten den Verlauf einer Erkrankung (Herzhypertrophie), die letztlich zu seinem Tod führte. Nach der Enthüllung seiner Grabplatte entspann sich in der tschechischen und deutschsprachigen Presse eine polemische Diskussion über M.s nationale und kulturelle Zugehörigkeit, die bis zum 2. Weltkrieg andauerte. Von einem Teil der tschechischen Theatergeschichtsschreibung wird M.s Wirken als Kritiker bis heute kontrovers wahrgenommen, insbesondere aufgrund seiner hohen Ansprüche gegenüber dem tschechischen Theaterbetrieb (Konflikte mit J. K. Tyl).

Das Theater bildete nur einen Teil von M.s lebenslangen Interessen – wenngleich den wichtigsten. Er verfasste auch eigene Theaterstücke, so z. B. das sehr erfolgreiche Werk Záhuba rodu přemyslovského  (1848), das von Laienspielgruppen aufgeführt wurde und während der gesamten zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch im Repertoire professioneller Theater vertreten war. Ein weiterer von ihm verfasster Theatertext, das Drama Dimitri Ivanovič (1855), war weniger erfolgreich. Weitaus wirksamer war M.s Einfluss als Theaterkritiker. Seinen Ansichten lagen hohe Ansprüche an die Nationalkultur und eine ausgefeilte Wertehierarchie zugrunde, die er sich durch die Lektüre zeitgenössischer deutschsprachiger Dramenliteratur und durch den Kontakt mit Prager Theaterkritikern angeeignet hatte. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Herausbildung von M.s Maßstäben hatte – M. Hýska (1929) zufolge – Bernhard Gutt, der als Kritiker für die Prager Zeitschrift Bohemia tätig war. Gutts Ansichten, sein ästhetischer und historischer Horizont, die Bevorzugung des bürgerlichen Theaters in Mittel- und Norddeutschland wie auch seine Shakespeare-Verehrung haben M. sicherlich imponiert. Laut Angaben A. šl. Czesanýs (1891) wurde M. bereits als Sechzehnjähriger von Graf Schirndig in einem Prager Café in die deutschsprachige Literaturszene eingeführt, der Schriftsteller Rudolf Glaser betraute ihn mit dem Verfassen von Artikeln zu den deutschsprachigen Vorstellungen im Prager Ständetheater. In der Beilage Prag zu Glasers Zeitschrift Ost und West (1844–45) und schließlich auch in der Zeitschrift selbst veröffentlichte M. (1846) Kritiken zu Schauspiel-, seltener auch zu Opernaufführungen und anderweitigen Veranstaltungen im Ständetheater und an dessen Sommerspielstätten. Auf scharfe Ablehnung stieß bei ihm die häufige dramaturgische Verwendung von Wiener Schwänken, die zumeist den Prager Verhältnissen angepasst wurden (C. Blum, F. Kaiser, C. Kannet), wenngleich er sich über deren Potenzial zur Darstellung volkstümlicher Figuren bewusst war (C. Meisl, J. Nestroy, F. Raimund). Höher schätzte er französische Konversationsstücke und Komödien (J. F. A. Bayard, C. Lebrun), deren Humor er für fein und geschmackvoll erachtete. Nicht zu übersehen sind M.s sich allmählich herausbildende ästhetische Präferenzen für das klassische bürgerliche Theater (positiv beurteilte er z. B. eine Inszenierung von W. A. Gerles Stück Abenteuer einer Neujahrsnacht oder der zerbrochene Krug, das auf einer Dramatisierung der gleichnamigen Novelle Heinrich Zschokkes basiert). Er stellte gewisse Ansprüche an Inszenierungen des klassischen Repertoires und versuchte, dieses zu kanonisieren. Ausführlich befasste er sich mit Adaptionen klassischer Stücke (F. PonsardsLucretia in der „Übersetzung“ J. G. Seidls, Shakespeare in der Adaption J. L. Deinhardsteins und F. Försters) und lehnte diese entschieden als inadäquat ab. Aus patriotischen Gründen begrüßte er begeistert K. E. Eberts Stück Bretislaw und Jutta (deutschsprachige UA 1829, tschechisch im Januar 1848). Ausgesprochen negativ reagierte er (eigentlich ohne Argumente) auf die Stücke der beliebten deutschen Schauspielerin und Autorin von Bühnenadaptionen literarischer Werke Ch. Birch-Pfeiffer. Einheimische Schauspieler (z. B. C. W. Fischer, F. Feistmantl, E. Liebold) wie auch gastierende Künstler (A. Baudius, das Ehepaar Fichtner, C. La Roche, das Ehepaar Rott in Shakespeare-Inszenierungen) wurden von ihm zuweilen mit einem nicht unbeträchtlichen Maß an Ironie bedacht. Oft bedauerte er, dass niveauvolle Auftritte prominenter Gäste durch schlechte Stücke verdorben wurden. Aufmerksamkeit widmete M. auch den Bühnenbildern, denen er oft kritisch gegenüberstand.

Bereits im Herbst 1846 gab M. das Rezensieren deutschsprachiger Vorstellungen auf und wendete sich dem tschechischen Theaterbetrieb zu. Das seinerzeit recht ungleiche Niveau der deutschen und tschechischen Bühne erforderte – darüber war M. sich bewusst – eine ganz unterschiedliche Art der Bewertung. Seine generell hohen Ansprüche an das Theater vertrat er insbesondere in der Zeitschrift Lumír, für die er seit ihrer Gründung (1851) bis zu Beginn der Spielzeit 1857/58 Kritiken verfasste. Seine Texte riefen – oft national motivierte – Polemiken hervor. Gegen Ende seines Lebens wendete M. sich mit einigen bedeutenden, in der Prager Zeitschrift Bohemia veröffentlichten Studien zur Geschichte des Prager Theaters wie auch mit einigen ausführlichen Nachrufen wieder der Theatergeschichte zu.


Theatralia

Záhuba rodu Přemyslovského, Drama in 4 Akten, UA 9. 1. 1848 (nachmittags) im Ständetheater. Der Text entstand wahrscheinlich in zwei Sprachversionen, tschechisch und deutsch. Eine deutschsprachige Aufführung am 22. 11. 1863 ist für das Theaterensemble Antonín Szenings in Jindřichův Hradec (Neuhaus) belegt, siehe J. Fried: Ze zápisků jindřichohradeckého studenta z let 1861–64, Ohlas od Nežárky 1933, Nr. 25, 23. 6., S. 1, Rubrik Feuilleton.

Dimitri Ivanovič, Tragödie in 6 Akten, unter teilweiser Verwendung eines Dramenfragments von F. Schiller, UA 29. 4. 1855 im Ständetheater.

Ein Überblick über M.s publizistische und kritische Arbeiten zum Theater findet sich in: Ferdinand Břetislav Mikovec: Pražská Thálie kolem 1850, Hrsg. J. Ludvová und H. Pinkerová, Praha 2010, S. 397–497.

Quellen

Das Geburtsdatum wurde vom Státní oblastní archiv Litoměřice (Staatliches Regionalarchiv Litoměřice), Kirchenbuchsammlung, Pfarramt Sloup in Böhmen, beglaubigt, Sign. L143/9, 1818–1838, l. 97: Ferdinand Daniel M.; das Todesdatum wurde dem Geburtenregister und verschiedenen Nachrufen entnommen.

Nachrufe

Bohemia 36, 1862, Nr. 225, 23. 9., S. 693; 35, 1862, Nr. 226, 24. 9, S. 701; J. Gundling, Bohemia 35, 1862, Nr. 227, 25. 9., S. 710–711; Boleslavan 3, 1862/63, S. 6; J. Neruda, Hlas 24. und 25. 9. 1862 (Nachdruck in Literatura 1, 1957, S. 326–330); Anonym (V. Filípek?), Lumír 12, 1862, S. 955, S. 1241–1242; Pražské noviny 24. 9. 1862, Nr. 226, S. (3); Presse 1862, Nr. 264, S. 25; Rodinná kronika 1, 1862, S. 314–315; Unsere Tage 4, 1862/63, S. 447–448; Waldheim's Illustrierte Zeitung 1, 1862, Nr. 40, 25. 10., S. 507, 508 (Porträt); Ida von Düringsfeld, Magazin für die Literatur des Auslandes, Bd. 63, 1863, Januar – Juni, S. 88–90.

Literatur

Anonym (Eduard Maria Oettinger?): Prag, Charivari (Leipzig) 1848, Nr. 333, S. 4951–4952 (ironischer Bericht). – Anonym: Humoristické listy 4, 1861/62, S. 338 (über Lumír). – Anon. [J. Neruda]: F. B. M., Humoristické listy 1881, S. 417 (mit einem von dem Maler Bernard angefertigten Porträt, als Holzschnitt von K. Seyfried), S. 418 (Nachdruck: Podobizny 1, 1951, Nr. 185). – A. Meissner, Geschichte meines Lebens 2, Wien – Teschen 1885, S. 9–12. –  J. Neruda: F. B. M., Zlatá Praha 3, 1886, S. 216 (Abbildung des Grabsteins), S. 219, S. 234–235. – Památník českých divadel, Hrsg.: Alois šl. Czesaný, Praha 1891, Kap. V, 1852–1862, S. 51–53 (zu den Anfängen der Kritikertätigkeit);. – J. Kubín: Spor M. s Tylem, Česká Thalia 5, 1891, S. 169–170; Resonanz: J. L. Turnovský, Česká Thalia 5, 1891, S. 184; J. Kubín, Česká Thalia 5, 1891, S. 196–198. – J. Máchal: F. B. M., Lumír 35, 1905/06, Nr. 1, S. 1–8. – J. Máchal: F. B. M. jako divadelní kritik, Divadelní list Máje 3, 1906/07, S. 1–3, 19–21, 34–35, 47–48, 61–62, 77–80. – K. Hikl: Zásluhy F. B. M. o české divadlo, Scena 1, 1913, zweites Halbjahr, S, 43–46, 90–92. – J. Máchal: F. B. M. a Shakespeare, Národní politika 37, 1916, Nr. 122, 3. 5., S. 1–2. – A. Bajerová: Rozmarné povídání o F. B. M., in: Z české revoluce 1848, Praha 1919, S. 19–40. – A. Bajerová: Svatodušní bouře v Praze ve světle soudního vyšetřování, Plzeň 1920, S. 70, 78, 85, 86, 134, 215, 238, 256. – M. Hýsek: M. jako kritik a dramatik, Listy filologické 98, 1921, S. 249–271. – J. L. Seifert: Schillers Demetrius in Böhmen, Euphorion 23, 1921, S. 377–388 (zu den Vorlagen für M.s Stück Dimitri Ivanovič). – F. Strejček: Proč zanevřel F. R. (sic!) M. na Jos. Kaj. Tyla?, Zvon 34, 1933/34, S. 215–217. – F. Zuman: F. B. M., spisovatel, archeolog a ochránce památek, Bezděz 7, 1936. Nr. 4, S. 101–126 (mit einer Reproduktion eines Aquarells von L. Berková, das M. in der Tracht des Vereins „Svornost“ zeigt, und einem Porträt aus M.s Grabmal von T. Seidan). – H. Procházková: Ruské prvky v M. dramatě Dimitr Ivanovič, Slovesná věda 2, 1948/49, S. 57–59. – J. Kopecký: Konflikt Mikovec–Tyl v zrcadle úředních dokumentů, Listy z dějin českého divadla 1, Praha 1954, S. 241–248-. – J. V. Frič: Paměti, 1–2, Hrsg. K. Cvejn, Praha 1957 und 1960. – L. Klosová: Kolárové, Praha 1969, S. 47–64 (zur Freundschaft M.s mit J. J. Kolár). – O. Špecinger: F. B. M., Českolipsko literární, Bd. 6, 1984, S. 43–62. – N. Kvítková: Jazykové zpracování M. tragédie z českých dějin, Sborník Pedagogické fakulty Univerzity Karlovy. Filologické studie, Bd. 19, 1994, S. 27–37. – L. Klosová: Divadlo F. B. M., Divadelní revue 5, 1994, Nr. 3, S. 65–78; L. Klosová: Poslední Přemyslovec z doby předbřeznové, Miscellanea theatralia: Adolfu Scherlovi k osmdesátinám, Praha 2005, S. 311–320; V Petrbok: Kdo byl Ferdinand Břetislav Mikovec?, předmluva in: F. B. M.: Pražská Thálie kolem 1850, Hrsg. J. Ludvová und H. Pinkerová, Praha 2010 (mit einer Theaterbibliografie zu F. B. M. 1843–1860).

ADB, LČL, Masaryk, ÖBL, Otto, Rieger, Wurzbach (unter Mikowec, Ferdinand Bogelislaw)  

Lebensereignisse

  • 23.12. 1826: Geburt, Bürgstein (Pirkštejn) / Sloup u Nového Boru
  • 22.9. 1862: Tod, Praha

Andere Namen

Mikowetz Ferdinand Daniel Emanuel


Bildung: 30.11.2012

Autor: Václav Petrbok